24. Karatedo-Speziallehrgang im Budokan
23.11.2014

24. Karatedo-Speziallehrgang im Budokan

Ein besonderes Geschenk gab es vier Wochen vor Weihnachten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ältesten Karate-Lehrgang in Österreich.
Sensei Dario Marchini und Kristina Restelli erabeiteten mit uns drei Tage lang das Konzept von oyo bunkai. In dieser Form der Anwendung liegt der Schwerpunkt in den Details des Bewegungsverhaltens von tori und uke. Bunkai - das "Zerlegen" der Kata in einzelne Abschnitte - ist ein Prozess des Verstehens und dient dem Erkenntnisgewinn. Das Ergebnis des Bunkai ist dann oyo, die Anwendung unter Berücksichtigung aller wichtigen Aspekte, wie z.B. maai (korrekte Distanz), kime, zanshin, etc.
Bereits der Einstieg in den Lehrgang am Freitag abend war ein Höhepunkt: die scheinbar so einfachen Kata Taikyoku shodan, nidan und sandan verwandelten sich unter diesem Bilckwinkel in echte Herausforderungen, insbesondere dann im Studium von Taikyoku oyo bunkai mit dem Partner. Schnell wird bei dieser Form der Übung klar, welche intensive Beschäftigung mit den Details im Bewegungsablauf zwischen tori und uke notwendig ist, um das "richtige" eigene Bewegungsverhalten zu erkennen und anzuwenden. Sensei Marchini erarbeitete mit uns im Lauf des Abends auch noch Heian shodan oyo bunkai und heian nidan oyo bunkai.

In den Trainingseinheiten am Samstag und Sonntag wurden die Konzepte noch erweitert und vertieft. Basis dafür waren heian yodan oyo bunkai, und für die Dan-Träger jion oyo bunkai sowie gojushiho sho oyo bunkai. Die Mittelstufe erarbeite mit Sensei Kristina Restelli die Kata heian godan und eine erste Einführung in die Anwendungsmöglichkeiten.
Sensei Marchini wies besonders darauf hin, dass das im Partnertraining das "unrealistische" Verhalten als Angreifer die überwiegende Ursache für schlechte Übungsausführung bzw. falsches Verständnis für die Realität in einer Kampfsituation ist. Wenn bei der Partnerübung der Angreifer kein kime hat, nicht auf die korrekte Distanz achtet und die Übung auch noch ohne zanshin bzw. Ernsthaftigkeit ausführt, dann vergeuden beide Partner ihre Zeit mit wertlosem Bewegungstraining - es kommt also wesentlich darauf an, dass insbesondere der angreifende Partner vollkommene Korrektheit in seine Übungsausführung legt, damit uke ebenfalls zur sauberen Ausführung gezwungen wird. Nur mit diesem Übungsverständnis ist ein Fortschritt möglich bzw. ein realtitätsnahes Kampfgeschehen als Übungsgrundlage denkbar.

Es war ein tolles Wochenende voll neuer Erkenntnisse und Anregungen, die unser zukünftiges Training positiv beeinflussen und  erweitern werden - herzlichen Dank an die beiden Sensei für die Weitergabe ihres Wissens und die Gestaltung des Lehrganges - es ist einfach eine Freude, solche Möglichkeiten der Weiterentwicklung zu haben!

Vielen Dank auch an Mag. Josef Derflinger für die umfangreiche Foto-Arbeit!


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